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REZENSION
Kino

 


 

The Optimists (The Optimists)
USA 2001
Von Jacky und Lisa Comforty
Mit Song Kang Ho, Lee Byung Heon, Lee Young Ae, Kim Tae Woo, Shin Ha Kyun
Buch: Jacky und Lisa Comforty
Dauer: 83 Min.

  • Rezensent: Informationsdienst für kritische Medienpraxis / Richard Herding, Tel. 030/20166296, Fax 20166297, E-Mail: kritik@idberlin.revolte.net, Internet: www. idberlin.revolte.net
    Quelle: © Philosophischer Salon
    Update: Montag, 12.02.2001

 

 


Mut und Wunder oder Glück - und die Gnade des kleinen Landes: Die Rettung der bulgarischen Juden

Jacky und Lisa Comforty berichten in einem liebenswerten "archäologischen" Film von dem nicht-stattgefundenen Holocaust in einem Balkanland

Als in Deutschland die Nazis an die Macht kamen, gründeten ein paar bulgarische MusikliebhaberInnen, darunter jüdische, in Sofia eine Jazzband, die sich "The Optimists" nannte und (noch) nicht wissen konnte, wie recht sie hatte.

Zehn Jahre später klopfte die Polizei im Morgengrauen an die Tür von achttausendfünfhundert Jüdinnen und Juden aus Bulgarien, die nach einer Abmachung zwischen der Regierung und dem verbündeten Hitler-Deutschen Reich in die polnischen Konzentrationslager abtransportiert werden sollten. Während sie den Tag an den Sammelpunkten verbrachten, ging ein wildes Telefonieren, Kontaktieren, Rumoren und Demonstrieren durchs Land. Am Abend wurden sie schlicht wieder nach Hause geschickt.

Die bulgarischen Juden -insgesamt sind es fünfzigtausend, die gerettet wurden- sind später ausgewandert, über Zypern nach Palästina; Schiffsunglücke und Eintrittsverweigerung durch britische Besatzungsmacht und Palästinenser brachten womöglich mehr von ihnen zu Tode als die Nazis. Israel und U.S.A. sind heute die Heimat dieser "Optimisten" ...

Was ? - Wir sind sprachlos, verwirrt, beschämt, fühlen Schuldgefühle gerade wegen des unverhofften winzigen "Mangels an Schuld" an diesem Punkt. Die anderen hellen Stellen auf der riesigen Holocaust-Landkarte können wir aufzählen: die "Mischehen"-Demonstration "arischer" LebenspartnerInnen in Berlin, den Judenrettungs-Deal in Dänemark. Die einzige Religion, die vielen heute noch einleuchtet -Auschwitz als Inkarnation des bekannten absolut Bösen gegen das unbekannte absolut Gute-, sie kennt so etwas nicht oft. Und peinlich ist es zudem, von der Rettung der bulgarischen Juden gar nichts gewusst zu haben. Übrigens wissen wir nach dem Film auch nicht sehr viel, denn die Erzählung beantwortet kein Warum und Wieso und Warumnichtanderswo und Wiewarsmöglich; nur dass es so war, bemühen wir uns dem Film abzunehmen.

"The Optimists" verdankt sich wie viele dieser charmant ausgebauten dokumentarischen Filme einer Familientradition, hier der Tradition von Jacky Comforty und Mutter und Großeltern, und einem spektakulären atemberaubenden Foto-Fund. Die Familie Comforty besaß fünftausend Fotos des bulgarischen Lebens von 1900 bis 1950, die Hälfte davon aus den Großväter-Zeiten. So genießen wir in dem liebevollen bräunlichen Chamois-Ton, der unweigerlich die Urgroßväter-Generation vor unsre Augen ruft, zum Beispiel das Eingangsfoto vom jugendfrischen Ur-Comforty mit seiner Frau und ihrer Schwester, die er nach dem Tod seiner Frau heiratete. Wir sehen und hören vor allem auch die Musik der Jazzband - von damals fast bis heute. Wir sehen das Straßen- und das kirchliche Leben, das Zentrum von Sofia, Parlamentsbetrieb, auch die mit gepackten Sachen "wandernden" Juden, die Kinder, die Züge - in Richtung Treblinka. Wir sehen zwischen den ruhigen und unverkrampften Erzählungen auch die Wochenschauen von der Zuspitzung des Krieges, sehen den begeisterten Applaus, als das mit den Nazis verbündete Bulgarien Teile des griechischen Thrakiens und des jugoslawischen Makedoniens zugeschlagen bekommt. Vor allem sehen wir auch die Bilder von den Lagern und den Deportationen der Juden aus diesen "groß-bulgarischen" besetzten Gebieten. Der Film verschweigt es nicht, aber seine glückselige Stimmungslage lässt er sich davon nicht verderben, ein bisschen als wäre die Rettung der "Ur-Bulgaren" wichtiger gewesen als der Untergang der "Neu-Bulgaren". Aber ein ungutes Gefühl kommt nur kurz auf und macht alsbald einer selbstverständlichen Regung Platz: diese Beschränkung ist menschlich, die Freude über die Rettung der eigenen Kinder lässt sich nicht aufwiegen durch den Tod anderer.

Zur Zeit werden ja überall "archäologische" Filme über den Holocaust und sein Fortwirken gedreht, schlicht auch deswegen, weil die biologische "Uhr" uns nur noch kurze Zeit lässt, um ZeitzeugInnen persönlich und lebendig zu Wort kommen zu lassen. Claude Lanzmanns "Shoah"-Werk und Steven Spielbergs riesiges Shoah-Video-Archiv sind bekannt, aber auch an "Die letzten Tage", "... Verzeihung ich lebe", "Der Fotograf" sei erinnert. Selbstverständlich enthält auch der Bulgarien-Film viele Szenen, die sich zu einem großen Spielfilm der Gefühle, ähnlich "Schindlers Liste", ausbauen ließen. Ein Beispiel: der Familienvater sieht am Tag vor der geplanten Deportation zwei Männer im Halbdunklen auf der Straße, sie scheinen genau sein Haus und Grundstück zu beobachten. Ihm kommt das verdächtig vor, er fasst sich ein Herz, geht auf die Straße und fragt, was sie da wollen - nur um herauszufinden, dass sie seine liebsten Nachbarn sind, die etwas verlegen ihr Dilemma schildern: sie hätten gehört, dass möglicherweise Übergriffe geplant waren, und wollten aufpassen helfen, aber ihm dann doch nicht nicht Bescheid sagen, damit er sich nicht unnötig beunruhigt, wenn es ruhig bleibt.

Von vielen dieser "archäologischen" Filme unterscheidet sich "The Optimists" durch eine unbekümmert nicht-intellektuelle Art. Es geht zu wie in einer großen Familie, auf einer Insel der Seligen - oder beides. Mit ungebrochener Naivität sagt der Bischof Kharalampiev, der auf seinen hundertjährigen Geburtstag zugeht, niemand dürfe jemand anders in seinem oder ihrem Glauben einengen. Das habe er damals gesagt -der Regierung nämlich, und Kommunisten und Gewerkschaften schlossen sich an und letztlich war der Einspruch eben erfolgreich. Das sage er heute -schließlich wurde auch der Stalinismus überstanden. Und das werde er immer sagen.

Mich persönlich hat die Geschichte des Films an Dimitroff erinnert: diesen bulgarischen Kommunisten hatte Göring höchstpersönlich wegen des Reichstagsbrands angeklagt, und vor Gericht klagte stattdessen Dimitroff die Nazis an, rhetorisch so gut, dass es von Stund an zum Ideal jedes Revolutionärs und jeder Revolutionärin wurde, "einen Dimitroff zu bauen", sprich: in politischen Prozessen aus den Anklägern die Angeklagten zu machen. So haben die bulgarischen Juden und ihre Schützer wohl 1943 den größten "Dimitroff gebaut", den ihre Geschichte aufweist.

Ein naives Selbstlob, aber ein schönes, dekoriert den Schluss des Films: "Ich bin stolz, ein Bulgare zu sein" - wie bitte ? Mit dem Wort "Deutscher" ist der Satz in üble Hände bzw. Mäuler gefallen, aber wer könnte die Bulgaren nach dieser schlichten historischen Großtat deswegen tadeln. "Bulgare sein, heißt Mensch sein", wird auch gesagt - hier gilt das Gleiche, und die Roma auf dem Balkan sind auch nicht deswegen chauvinistisch, weil ihre Selbstbezeichnung "Roma" eben "Menschen" bedeutet. Die Pogrome gegen Roma und Türken in Bulgarien, von denen vielfach berichtet wird, sind in dem Film nicht erwähnt: das wäre zu wünschen gewesen, aber ein zentraler Einwand ist es nicht.

So kommt kaum das Gefühl auf, man habe eine Wiederholung des ewig gleichen Themas aus moralschürfenden Beweggründen vor Augen; auch das Folkloristische hält sich in Grenzen, denn wie alle verstädterten Regionen des Balkans hat auch das Sofia der Dreißiger Jahre einiges von New York. Nur unser Geschichtsbild könnte etwas mehr Orientierung vertragen: warum gelang hier, was sonst -beinahe- nirgends gelang ? Der Film verweist auf die Rolle der Kirche, aber Unterstützung des Antisemitismus ist anderswo durchaus auch von orthodoxer Seite keine Seltenheit gewesen. Er verweist auch auf den Status Bulgariens als mit den Nazis verbündetes, nicht von ihnen besetztes Land. Das steht wohl am meisten für die Situation auf Messers Schneide, der die "Optimists" ihre Spannung auf Leben und Tod wie letztlich ihr wunderbares Glück verdanken. Ein paar Mosaiksteine fügen sich zusammen: Frankreich und die Niederlande waren wie die anderen Balkanländer bis auf Mussolinis Albanien und eben Bulgarien von der Nazi-Armee besetzt, so konnte die Juden-Deportation durchgesetzt werden; Spanien und Portugal waren zwar ideologisch verbündet aber aus militärischer Vorsicht neutral, so konnten sich Juden dorthin retten. Aber am meisten kommt das dänische Beispiel in den Sinn, und die Hoffnung, gerade im Globalisierungs-Zeitalter, es möge weiterhin politische Einheiten geben, die klein und nicht sehr bedeutend sind - so dass einfach dieser banale, technische Umstand manchmal das Schlimmste verhindert. "Small is beautiful", der politische Satz aus dem ökologischen Spektrum, könnte über den "Optimists" stehen.

Der Film ist übrigens von dem Profi- und Zeitzeugen-Angehörigen-Paar Jacky und Lisa Comforty gedreht; über hundert Interviews und zwölf Jahre Arbeit quasi rund um die Welt haben sie selbst und die Chambon-Stiftung für Holocaust-Aufklärung finanziert.
Respekt, Respekt.


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Courage and miracle or luck - and the grace OF the small country: The rescue OF the Bulgarian Jews Jacky and Lisa Comforty report in A love worth "archaeological" film OF the non taken place Holocaust in A OF the OF the OF the of the Balkans country as in Germany the Nazis OF clay/tone OF power came, based A few Bulgarian music more more more more lover inside, among them Jewish, in Sofia jazz volume, which called itself and (quiet) emergency know could emergency "The Optimists", how quite she had.

 

Later the policy knocked ten years into the morning grey on the door OF eight thousand five dog talc Jewesses and Jews from Bulgaria, which should removed after on agreement between the government and the allied Hitler German realm into the polish concentration camps. While they spent the day RK the tie POINTS, went wildly telephoning, contacting, A Rumoren and demonstrating through the country. On evening they were simply again home sent.

 

The Bulgarian Jews OF OF OF of altogether acres it fifty thousand, saved more more more more later emigrated, over Cyprus clay/tone OF Palestine; Schiffsungluecke and entrance entrance entrance entrance entrance eintrittsverweigerung by British crew power and Palestinian possibly brought more from them clay/tone death than the Nazis. Israel and U.S.A. OF acre today the homeland OF thesis "optimists"…

 

What? - incoming goods OF acre speechless, confused, ashamed, feel debt feelings straight because OF the unexpected tiny "lacquer OF debt" RK this POINT. Incoming goods CAN enumerate the OTHER bright places on the enormous Holocaust map: the "mixed marriages" demonstration "more arischer" life OF partner inside in Berlin, the Jew rescue Deal in Denmark. The only religion, the many today is CLEARS OF clay/tone OF Auschwitz as Inkarnation OF the wave known absolutely bath one against quietly the unknown absolutely property -, does emergency it know looks for A thing often. And embarrassingly it is besides from the rescue OF the Bulgarian Jews emergency hung RK all clay/tone have known. By the way incoming goods know thus emergency very much after the film, because the narration does emergency clay/tone who why and why and Warumnichtanderswo and how/as possible; only like that it that which, incoming goods endeavor clay/tone decrease itself the film.

 

"The Optimists" OF OF OF of owes itself like many OF thesis charmingly removed documentary film OF A family tradition, here the tradition OF Jacky Comforty and OF OF OF of nut/mother and grandparents, and A spectacular breath robbing photo find. The family Comforty possessed five thousand photos OF the Bulgarian life from 1900 OF clay/tone OF 1950, helped OF it from the more more more more grandfather times. Thus incoming goods enjoy the entrance photo OF the youth fresh Ur-Comforty with its wife and its more more more more sister, whom it married after the death OF its wife into the affectionate brownish Chamois clay/tone, which calls inevitably the OF great grandfather generation before our eyes, for example. Incoming goods lake hearing and above all thus the music clay/tone that jazz volume - from RK that time nearly until today. Incoming goods lake the road and the church life, the OF of center things packed by Sofia, parliament enterprise, thus with clay/tone "moving" Jew, the children, the courses - toward Treblinka. Incoming goods lake the wochenschauen OF the OF OF OF of taper OF the were between the calm and unverkrampften narrations thus, lake the inspired applause, when Bulgaria allied with the Nazis GET parts OF the Greek Thrakiens and Yugoslav Macedonia slammed shut. Above all incoming goods lake thus the pictures OF the camps and the Deportationen OF the Jews from this "largeBulgarian" occupied clay/tone OF AREAS. The film OF OF OF of does emergency conceal it, but its luck blessed tendency situation it CAN emergency spoiled OF it, A little as if the rescue OF the "Ur-Bulgaren" would have been more important than the case OF the "new Bulgaren". But A bath feeling arises only briefly and OF OF OF of makes immediately for A natural moving place: this restriction is human, the joy more more more more over the rescue OF the own children CAN emergency counterbalanced by death clay/tone OF OTHER one.

K present everywhere "archaeological" film turned more more more more over the Holocaust and its Fortwirken, simply thus because the biological "clock" leaves US only short time, in order clay/tone let time OF OF OF of witnesses come personally and alive clay/tone word. Claude Lanzmanns "Shoah" work and steven OF play mountain enormous Shoah video OF OF OF of archives OF acre wave known, in addition, on "the READ days", "… Pardon I OF OF OF of lives "," the more more more more photographer "is reminded. OF course thus the Bulgaria film contains many scenes, which could developed clay/tone OF A large feature OF the feelings, similarly "Schindlers cunning". Clay/tone example: the family more more more father lake it on the day before the planned Deportation two into the halfdark on the men road, seems ex